Akteure

Citec Immo Invest GmbH

Die Citec Immobiliengruppe ist ein wachsender Akteur auf dem Immobilienmarkt, ursprünglich in Österreich, später auch in Berlin. Die Wiener Citec Management GmbH wurde 1999 gegründet um „das Zinshaus als Anlageobjekt“ in den Fokus zu rücken, seit 2003 wird zunehmend auch der Immobilienmarkt in Berlin von dieser „Marke“ bearbeitet, die in Deutschland als Citec Immo Invest GmbH auftritt und nicht nur uns das Leben schwer macht.

Für Citec sind gerade die Altbauwohnungen in der „boomende[n] Metropole Berlin“ ein „weitreichendes Akquisitionsfeld für entsprechende Investitionen“, versprechen ein großes „Potenzial infolge Werterhöhung durch Sanierung und Ausbau“ und gleichzeitig ein „geringes Risiko infolge niedriger Durchschnittsmieten“.

Klingt wie ein Traum für überzeugte Kapitalisten, die mit günstigem Wohnraum schnelles Geld verdienen möchten, oder? Zumindest scheint Citec sehr stolz darauf zu sein, die angesammelten Berliner Häuser („ein Portfolio im Wert von 190 Millionen Euro“) im Jahr 2007 direkt wieder veräußert zu haben. Interessant, wieviel Geld sich doch mit 2.800 Wohnungen verdienen lässt. Und natürlich soll an dieser Strategie festgehalten werden, was auch Interviews mit einem Gründer der GmbH, Andreas Ruthensteiner, verdeutlichen:
„Am liebsten erwirbt Ruthensteiner die Wohnungen im unsaniertem Zustand, dann modernisiert er sie und kann sie anschließend teurer weitervermieten. In vielen Stadtteilen hat die Citec Wohnungen gekauft: In Friedenau, in Charlottenburg-Wilmersdorf, in Prenzlauer Berg und Friedrichshain sowie in Neukölln und Schöneberg. Die Wohnungen in Prenzlauer Berg und in Friedrichshain machen ihm „am meisten Freude“, sagt Ruthensteiner. Denn hier lassen sich die höchsten Preise bei einer Neuvermietung erzielen: bis zu neun Euro pro Quadratmeter Wohnfläche monatlich. Ziel der Citec sei es, die Quadratmeter-Mieten seiner Wohnungen von derzeit durchschnittlich 4,80 Euro innerhalb von fünf bis sieben Jahren zu verdoppeln, sagt Ruthensteiner. Das soll über die normalen Anhebungen nach dem Mietspiegel, über Modernisierungsumlagen und höhere Preise bei Neuvermietungen geschehen. Den Quadratmeter-Wert seiner Immobilien will er dadurch von jetzt 1 200 Euro auf 2 400 Euro steigern. Ob diese Planung aufgeht, ist offen.“
[„Berliner Zeitung“ vom 23.02.2007]

Fals ein Interview von 2007 zu wenig Aufschluss über aktuelle Ansichten geben sollte, so sei folgendes Zitat ans Herz gelegt:
„Ein weiterer entscheidender Punkt ist laut Andreas Ruthensteiner, Vorstand der Citec Immobiliengruppe, dass in Berlin alle drei Jahre die Miete um 15 Prozent erhöht werden darf, so lange der amtliche Mietenspiegel nicht überstiegen wird: Und wer Investitionen ins Haus tätigt, darf jährlich bis zu elf Prozent davon an die Mieter verrechnen.““
[http://www.format.at/die-magazine/trend/immobilien/richtig-zinshaeuser-367475; 07.10.2013]

Natürlich werden dennoch „respektvoller Umgang mit den Mietern“ und „ethische Standards“ groß geschrieben, doch stellen wir uns das leider ganz anders vor. Selten kommuniziert die Eigentümerfirma mit den Mieter*innen, sodass meist die Hausverwaltung M. Mende GmbH damit beauftragt wird. Auch hier läuft die Kommunikation meist alles andere als respektvoll. Fast alle Menschen im Haus können mittlerweile ein Lied von deren Inkompetenz singen. Und Gründe für Kommunikation gibt es wahrlich genug. Hat diese keine Lust, sich weiter mit den Mietparteien auseinanderzusetzen, wird RA André Tessmer aus Berlin beauftragt – ein langjähriger Partner der Eigentümer und deren juristische Vertretung. Zu diesen Akteuren später mehr.
Ein Angebot unsererseits an die Damen und Herren in Wien, die Kommunikation zukünftig tatsächlich „respektvoll“ zu gestalten und auf das Hinzuziehen von Anwält*innen zu verzichten, blieb bisher leider unbeantwortet.

Auch von einer „sanften und nachhaltigen Entwicklung“ kann in unserem Fall keinesfalls gesprochen werden. Schnellstmöglich wird versucht, den Wert der Immobilie zu steigern. Bevor auch nur das Gutachten einer/eines Sachverständigen eingeholt worden ist, wurde der Fassadenschaden scheinbar anhand von Fotos eingeschätzt und die Modernisierungsankündigungen verschickt.

Im Übrigen stammen alle Zitate von der Homepage der Citec Management GmbH. Zumindest sagen die Herren und Damen Investoren sehr ehrlich, was ihr Anliegen ist. Macht euch ruhig selbst ein Bild davon: http://www.citec.at/unt_strategie.html

Und so können wir auch gleich mit einem passenden Zitat der Immobilienfirma schließen, dass uns garnicht so abwegig erscheint und direkt über den Bildern von unserem Haus auf deren Homepage thront:
„Neukölln: International, multikulturell und sicher nichts für schwache Nerven!“

3 Gedanken zu „Akteure

  1. Wolfgang Wendland

    Leider wohnen wir nicht in Kreuzberg, denn dieser wird mit „Bunt, laut und alternativ: Kreuzberg, der Orient Berlins“ betitelt. Was für eine Scheiße…

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  2. Sib

    Ach, der gute RA Tessmer. Hat in zwei Instanzen gegen uns verloren. Die Urteilsbegründung klingt so, als würden die Richter ein wenige an seiner Kompetenz zweifeln. Es ging um eine Mieterhöhung. Die Miete lag inkl. Modernisierungsumlage schon über dem Mietspiegel. Er dachte, er könne die Umlage herausrechnen, die Miete erhöhen und dann die Umlage wieder draufschlagen. Kann er aber nicht…

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  3. Danny

    Die Citec mit der unfähigen Rustler Hausverwaltung… Mindere seit über einem Jahr um 30 % und es wird akzeptiert… Der Herr Tessmer wollte mich zu einer Zwangsmodernisierung verklagen, jedoch ohne Erfolg:-)
    Ich sage nur: wehre sich wer kann!!!!

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