Kaufverhandlungen gescheitert

Leider müssen wir euch mitteilen, dass die Kaufverhandlungen mit der CITEC mit dem Ziel, unser Haus als Teil des Mietshäusersyndikats selbst zu verwalten, gescheitert sind.

Die Citec hat bereits während der laufenden Verhandlungen das Haus hinter unserem Rücken auf dem „freien“ Markt für 2 Mio. € angeboten. Leider stand die CITEC nicht zu ihren Zusagen und zu ihrem Verkaufsangebot und die Argumentation für den Abbruch der Verhandlungen mit uns sind scheinheilig. DasProfitstreben geht ihnen eben über alles, vor allem auch über die Bedürfnisse und Wünsche von realen Menschen. Wir fühlen uns verarscht und sind wütend!

Die neue Eigentümerin ist die luxemburger Briefkastenfirma „Pinehill Sárl“ führt die Eskalationsstrategie der Citec fort und hält sowohl die Kündigung für den alteingesessenen Handwerker im EG des Hauses aufrecht, als auch die des sozialen Kiezladens „F54“, der vor kurzem sogar die Räumungsklage von ebendieser Firma erhalten hat. Wir bekräftigen unsere Solidarität mit unseren Nachbarn in den Gewerberäumen und fordern perspektivisch das Aussetzen eventuell geplanter Zwangsräumungen!

Zudem möchten wir an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass wir auch zukünftig selbstverständlich unsere Rechte als Mieter*innen voll ausschöpfen werden. Bei aller Verschiedenheit der Menschen in diesem Haus, haben wir uns dennoch in den vergangenen zwei Jahren zu einer eingeschworenen, kämpferischen Hausgemeinschaft entwickelt. Bisher haben wir es erfolgreich geschafft, uns gegen ungewollte Modernisierungs-maßnahmen zur Wehr zu setzen und werden auch zukünftig in der Lage sein, öffentlich, juristisch und politisch für unsere Interessen einzustehen.

Das Haus in die Hände der Mieter*innen!

Kiezladen „F54“ bleibt!

Eure Hausgemeinschaft Friedelstraße 54,

Berlin-Neukölln am 15.9.2016

Mehr Infos findet ihr hier: https://friedel54.noblogs.org/post/2016/09/05/raumungsklage-last-round-rising-up-to-the-challenge-of-our-rival/

PS.: Der Bezirk Neukölln hätte damals sein Vorkaufsrecht geltent machen können, da unser Haus ja -der Verzögerungstaktik der SPD zum Trotz- mittlerweile ja im Milieuschutzgebiet liegt. Der damalige noch-Baustadtrat Blesing und die (noch-?) Bezirksbürgermeisterin Giffey (beide SPD) wollten dies leider nicht tun bzw. hatten nicht den politischen Mut, dies zu versuchen. Schade!!

PM Laufende Verhandlungen

Wir freuen uns, euch mitteilen zu können, dass wir momentan in direkten Kauf-Verhandlungen mit den Eigentümern unseres Hauses stehen. Aus diesem Grund möchten wir unsere Unterstützer*innen zum jetzigen Zeitpunkt dringend bitten, Aktionen gegen die Citec und ihre Partner zu unterlassen. Das könnte den Erfolg der laufenden Verhandlungen gefährden. Wir werden uns zeitnah erneut zu den aktuellen Entwicklungen äußern.

 

Update: Krasse Mieterhöhungen nach Modernisierungsmaßnahmen!

Wir müssen unsere bisher angegebene zu erwartende Mieterhöhung durch die Citec Immo Invest GmbH leider updaten:

Bisher sind wir von bis zu 70% ausgegangen. Im Laufe der Zeit wurde jedoch deutlich, dass diese Summe für einige Wohnungen deutlich zu niedrig angesetzt ist. Einschließlich der Erhöhungen durch den Einbau von Gasetagen-Heizungen und durch die im Anschluss (!!) zu den Modernisierungsmaßnahmen zu erwartende reguläre Mieterhöhung müssen manche  Mieter*innen der Friedelstraße 54 von einer Erhöhung der Kaltmiete um bis zu 200% ausgehen!!! Andere erwarten 150%, wieder andere „lediglich“ 40-70%, je nachdem, welche Arbeiten konkret in den einzelnen Wohnungen vorgenommen werden und wie hoch die bisherige Kaltmiete ist.

Solch gigantische Mieterhöhungen werden vorraussichtlich nicht von allen Bewohner*innen des Hauses zu stemmen sein. Die Citec Immo Invest GmbH muss sich daher den Vorwurf gefallen lassen, aktiv Menschen aus unserem Haus zu verdrängen, ohne Rücksicht auf soziale Situation, Alter (es sind sowohl Kinder als auch Senior*innen betroffen), körperliche Einschränkungen, wohnliche Perspektiven etc.!

Die Behauptung, unsere Fassade sei über 10% schadhaft, setzt zudem die Härtefallregelungen, die zumindest die Ärmsten der Armen  (Mieter*innen) vor finanzieller Härte schützen sollen, außer Kraft. Wir haben als Hausgemeinschaft ein Gegengutachten erstellen lassen, aus dem ganz klar hervorgeht, dass diese Angabe viel zu hoch angesetzt ist und unsere Fassade keineswegs in diesem übertriebenen Ausmaß beschädigt ist und werden uns diese Härtefallregelung notfalls vor Gericht und in der Öffentlichkeit erkämpfen. Wir können andere betroffene Hausgemeinschaften nur dringlichst dazu ermutigen, bei Bedarf ebenfalls solch ein Gutachten einzuholen!

Der Austausch mit anderen „Citec-Häusern“ hat zudem ergeben, dass diese Angabe (über 10% Fassadenschaden) bei allen „Citec-Häusern“, mit denen wir Kontakt haben, von der Citec getätigt wurde. Zum Teil völlig absurderweise obwohl die entsprechenden Fassaden erst wenige Jahre zuvor komplett renoviert und neu gestrichen wurden. Es scheint eine gewisse Systematik zur Ausschaltung der Härtfallregelung bei der Citec vorzuliegen. Ob das wohl noch legal ist?!

Es geht der Citec anscheinend darum, die Modernisierungen samt entsprechenden Mieterhöhungen auf Teufel komm raus durchzudrücken, ohne Rücksicht auf (soziale) Verluste. Der schnelle Profit steht über allem, vom „respektvollem Umgang mit den Mietern“ (so die Citec auf ihrer Website) kann keine Rede sein!

Momentan sieht es stark danach aus, dass die Citec im Frühjahr mit den weiterhin ungewollten Dämmmaßnahmen und dem Einbau des völlig überflüssigen (aber teuren!) Müllhäuschens beginnen kann, da die ersten Duldungsprozesse bereits verloren wurden und somit leider weitere juristische Niederlagen zu erwarten sind.

„Recht“ und „Gerechtigkeit“ sind nunmal häufig nicht zusammen zu bekommen und gerade im Bereich „Mietrecht“ gibt es eine starke Eigentümer- und Bauunternehmer-Lobby, die sehr erfolgreich Einfluss auf die gewählten Parlamentarier unseres Landes nimmt. Zudem darf man nicht vergessen,dass viele der Richter*innen selbst Eigentümer*innen sind und insofern ihre eigene Perspektive auf die entsprechenden Prozesse haben,was mit Sicherheit auch die Entscheidungsfindung negativ beeinflusst.

Sobald die letzten Prozesse beendet sind,werden wir uns ausführlicher zu dieser Thematik und unserer Einschätzung der Lage äußern. (We) Keep on fighting! 🙂Transp

Solidarität mit dem Kiezladen F54 in unserem Haus!

Den unkommerziell betriebenen Vereinsräumen („Kiezladen F54“ bzw. „Friedel“) im Erdgeschoss unseres Hauses wurde zum 30.4.2016 gekündigt. Wir dokumentieren hier einen Brief, den die Hausgemeinschaft der Friedelstraße 54 in Solidarität mit dem Projekt verfasst und an die derzeitige Eigentümerfirma gesendet hat:

Sehr geehrte Herren von der Citec Immo Invest GmbH,
Wir, die Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses Friedelstraße 54 in Berlin-Neukölln, bekunden hiermit ausdrücklich unsere Solidarität mit dem Verein, welcher seit vielen Jahren den Kiezladen F54 im Erdgeschoss unseres Hauses unkommerziell betreibt und unsere Nachbarschaft mit vielfältigen sozialen und kulturellen Angeboten bereichert.
Die Kündigung dieser Vereinsräume durch Ihr Unternehmen hat innerhalb des Hauses und weit darüber hinaus für Bestürzung und Anteilnahme gesorgt. Wir würden den Verlust dieser Räume sehr bedauern und sehen einer der Kündigung möglicherweise folgenden Räumung und dem damit einhergehenden Unfrieden in unserer Nachbarschaft mit großer Sorge entgegen.
Des Weiteren weisen wir vorsorglich schon einmal darauf hin, dass die Friedelstraße 54 ein sehr hellhöriger Altbau ist und das soziale Leben untereinander viel Rücksichtnahme, Respekt und Kommunikation benötigt. Das Zusammenleben hier im Haus ist gewachsen und insofern konnten durch die vorhandene Hellhörigkeit entstandene Konflikte in der Vergangenheit einvernehmlich gelöst werden. Im Falle einer Neuvermietung der Erdgeschossräume befürchten wir größere Konflikte vor allem um Lärm- und Geruchsbelastungen.
Insofern bitten wir Sie dringend, die Kündigung der Räume im Erdgeschoss der Friedelstraße 54 zurückzunehmen und somit den sozialen Frieden in unserem Haus und in unserer Nachbarschaft zu erhalten!

Mit freundlichen Grüßen,
die Hausgemeinschaft der Friedelstraße 54Aufkleber_Friedel kämpft_Neon_A7

MieterInnen der Friedel54 im Interview mit FRITZ-Radio

Am 17. Juli sendete FRITZ eine Sendung aus einem Neuköllner Späti und gab AnwohnerInnen aus der Umgebung die Möglichkeit, über den Bezirk und auch
über dessen Probleme zu sprechen.

In diesem Zusammenhang berichteten auch Menschen aus unserem Haus über die Probleme mit der CITEC-Immobiliengruppe und unsere Erfahrungen im Kampf um bezahlbaren Wohnraum hier im Kiez.

Wenn ihr Lust habt, das Gespräch nochmal nachzuhören…nur zu!

Einschüchterungsversuch durch LKA und Bauleiter

Schreiben des LKA (Abteilung Staatsschutz) erreicht Hausbewohner*innen. Man ermittelt wegen verschiedener Straftaten. Die Ermittlungen basieren auf erlogenen Aussagen des Bauleiters. Derselbe Bauleiter der in der Vergangenheit Menschen vor unserem Haus bedroht und Mieter*innen anderer Häuser auf ekelhafteste Art beleidigt hat.
SchreibenLKA1
Gestern flatterten eine Vielzahl von Briefen in das Haus in der Friedelstraße 54. Absender: Das Landeskriminalamt von Berlin. Uiuiui, dachten da manche wohl im ersten Moment, da wird doch wohl nichts passiert sein? Die Mafia? Mord? Terrorismus? Bei genauerem Hinsehen offenbarte sich die Abteilung 521 als exakte Absendeadresse, also der politische Staatsschutz. Uiuiui die zweite. Was will der denn? Kurz und knapp: Nerven und Geld verschwenden.

Die ausführliche Version: Der einseitige Brief enthält eine kurze Geschichte, ganz in bester deutscher Märchentradition a la Gebrüder Grimm. Weiterlesen

Kiezversammlung am 05.07 ab 13 Uhr!

image018Liebe Nachbarinnen und Nachbarn,

Hiermit laden wir euch herzlich zu einer Kiezversammlung ein!

Wir als bunt zusammengewürfelte Hausgemeinschaft der Friedelstraße 54 haben einerseits die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, sich zusammenzutun und sich gemeinsam gegen profitstrebende Eigentümer und andere Probleme und Schweinereien zu wehren und haben dabei auch viel Solidarität aus dem Kiez bekommen. Andererseits haben wir in vielen Gesprächen mitbekommen, dass viele Menschen in unserer Nachbarschaft ähnliche Probleme haben wie wir und damit aber häufig alleine dastehen bzw. ihre Hausgemeinschaften kaum mit anderen vernetzt sind. Wir möchten diese Vereinzelung und Isolation gerne überwinden und uns gegenseitig besser kennenlernen und vernetzen. Es ist unsere Stadt und unser Kiez und wir sind davon überzeugt, dass wir auch diejenigen sind, die selbstorganisiert die Probleme in unseren Vierteln am besten lösen können!

An diesem Tag soll vor allem ein erstes Zusammentreffen geschehen. Ab 12 Uhr laden wir zum gemeinsamen Brunchen auf Spendenbasis ein, ab 13 Uhr möchten wir inhaltlich zusammenkommen. Wir werden kurz über den aktuellen Stand unseres Kampfes gegen die vom Eigentümer geplante und von der Hausgemeinschaft abgelehnte Modernisierung mit den entsprechenden Mieterhöhungen berichten und sind dann über eure Berichte gespannt. Außerdem möchten wir uns gemeinsam mit euch darüber Gedanken machen, welche Möglichkeiten und Perspektiven so eine Kiezversammlung bietet und wie eventuelle kommende Treffen aussehen könnten.

Wann:       Sonntag, 5.7.2015, ab 13 Uhr Versammlung (ab 12 Uhr gemeinsamer Brunch)

Wo:           Kiezladen F54, Friedelstraße 54, 12047 Berlin

Was:         Wie können wir uns gemeinsam gegen die Verdrängung aus unserem Kiez wehren und gegenseitig Probleme und Konflikte in unserer Nachbarschaft lösen?

Wer:          Alle Anwohner_innen des Friedelkiezes bzw. Nord-Neuköllns:
Friedelstraße, Reuterstraße, Hobrechtstraße, Weserstraße, Lenaustraße, Pflügerstraße, Sanderstraße etc.; rund um den Kottbusser Damm, Hermannplatz, Sonnenallee, Karl-Marx-Straße etc.

Generell sind alle Menschen herzlich willkommen, denen ein respektvolles, solidarisches Miteinander auf Augenhöhe wichtig ist, unabhängig von Aussehen oder Herkunft.

Wenn ihr noch was zum Essen usw. mitbringen wollt, freuen wir uns alle sehr. Auch Sitzgelegenheiten sind gern gesehen, draußen soll die Sonne scheinen!

Wir freuen uns auf euch!

Eure „Hausgemeinschaft der Friedelstraße 54“,
Berlin-Neukölln im Juni 2015