Einschüchterungsversuch durch LKA und Bauleiter

Schreiben des LKA (Abteilung Staatsschutz) erreicht Hausbewohner*innen. Man ermittelt wegen verschiedener Straftaten. Die Ermittlungen basieren auf erlogenen Aussagen des Bauleiters. Derselbe Bauleiter der in der Vergangenheit Menschen vor unserem Haus bedroht und Mieter*innen anderer Häuser auf ekelhafteste Art beleidigt hat.
SchreibenLKA1
Gestern flatterten eine Vielzahl von Briefen in das Haus in der Friedelstraße 54. Absender: Das Landeskriminalamt von Berlin. Uiuiui, dachten da manche wohl im ersten Moment, da wird doch wohl nichts passiert sein? Die Mafia? Mord? Terrorismus? Bei genauerem Hinsehen offenbarte sich die Abteilung 521 als exakte Absendeadresse, also der politische Staatsschutz. Uiuiui die zweite. Was will der denn? Kurz und knapp: Nerven und Geld verschwenden.

Die ausführliche Version: Der einseitige Brief enthält eine kurze Geschichte, ganz in bester deutscher Märchentradition a la Gebrüder Grimm. Der schöne – und einzig richtige Abschnitt – ist dann direkt der erste. Am 13.02.2015 erklärte das Amtsgericht Neukölln den Aufbau des Gerüsts vor unserem Haus als illegal und ordnete den zügigen Abbau an. Die Hausverwaltung (die übrigens M.Mende heißt und nicht Citec Immo Invest GmbH – wir empfehlen zur Vermeidung solcher Leichtsinnsfehler die regelmäßige Lektüre unseres Blogs liebes LKA) hat sich zwar einen feuchten Kehrricht dafür interessiert, aber nunja geschenkt. Das unfreiwillig stehengebliebene Gerüst nutzten dann einige Menschen, um es für einen Moment zu besteigen um ein schönes Solidaritätsfoto zu machen. Soweit so bekannt. Nun wird es aber interessant: Das LKA behauptet, dieses Foto sei am Tag der Urteilsverkündung aufgenommen worden. Erstmal kein dramatischer Fehler könnte mensch meinen, wer sich mit den Namen von Eigentümer und Hausverwaltung vertut, kann auch schonmal das Datum verwechseln. Doch was darauf folgt, schlägt dem Fass den Boden aus: Besagte Menschen auf dem Gerüst hätten sich nicht nur der Aufforderung des anwesenden (!) Bauleiters, das Gerüst zu verlassen, widersetzt; sondern vielmehr auch noch ebenfalls anwesende (!) Bauarbeiter aktiv daran gehindert auf dem Gerüst ihre Arbeit aufzunehmen. Deswegen ermittelt besagtes LKA nun wegen „Hausfriedensbruch“ „Nötigung“ und „Verstoß gegen das Versammlungsgesetz“.

Wir möchten darauf gar nicht im Einzelnen eingehen, sondern nur allgemein festhalten: Die Ereignisse, wie sie im Brief des LKA vom 25. Juni 2015 behauptet werden, haben so nie stattgefunden und müssen mit Fug und Recht als dreiste Lüge bezeichnet werden. Interessant wäre hier die Frage, von wem dieser offensichtliche Einschüchterungsversuch ausgeht: Vom LKA, das legitimen Widerstand gegen Verdrängung als „politische Straftat“ und Gefahr für die Allgemeinheit sieht und mal auf den Busch klopfen will? Oder doch eher vom Bauleiter Christian R., dem es nicht passt, mit seiner „Typ für’s Grobe“-Masche bei uns nicht durchzukommen? So oder so, wir finden diese Aktion extrem lächerlich.

Zum Abschluss noch ein paar Worte zu Christian R.: Völlig egal ob R. nun initiativ die Geschichte erdacht und anzeigt hat, oder ob er vom LKA nach einer Stellungnahme zu besagter Aktion gefragt wurde und seine Chance sah, der Hausgemeinschaft bzw. deren Unterstützer*innen eins reinzuwürgen. Es ist eine absolute Frechheit! Wir erinnern uns: Besagter R. hat in der Vergangenheit bereits mehrfach Bewohner*innen und Nachbar*innen der Friedelstraße 54 bedroht und fotografiert. Auch bei der Kiez-Demo vom vergangenen März stand R. schlecht getarnt am Rand und fotografierte die Teilnehmer*innen ab. (siehe unsere Chronik) Ähnliche Geschichten haben wir bereits aus anderen Citec-Häusern gehört. Und kürzlich wurden uns – ebenfalls von Bewohner*innen eines anderen Citec-Hauses – zwei E-Mails zugesandt, die das Bild dieses sympathischen Zeitgenossen abrunden und die wir euch an dieser Stelle nicht vorenthalten wollen:

1. E-Mail: Vom September 2014. Anlass war eine normale Frage während allgemeiner Modernisierungsarbeiten, ob und wann der eigene Balkon noch instandgesetzt wird.

Sehr geehrte Frau XXX (Name von uns anonymisiert, d.R.)

was würde die Welt nur ohne solche Leute wie Sie machen. Leute die alles
wissen und können und eigendlich keine Ahnung von nichts haben davon aber
offensichtlich eine ganze Menge.

Wir werden Ihren Balkon selbstverständlich machen. Als die Rüstung stand
war es technisch nicht möglich. Sie sollten diese Aussage einfach mal zur
Kenntnis nehmen.

Wenn Sie mit Ihrer Umwelt ständig Probleme haben ziehen Sie doch einfach wo
anders hin. Wo alles schöner besser und vorallem billiger ist.

Einen schönen Abend noch und vorallem bitte nicht verwechseln es ist meine
persönliche Meinung , die man in einer Demokratie wo wir leben auch äußern
darf , so wie auch alle Mitmenschen Ihre ständigen Nörgelleien ertragen
müssen.

Mit freundlichen Grüßen

C. R. (Nachname von uns gekürzt, d.R.)


2. E-Mail: Aus dem selben Zeitraum, ebenfalls eine normale Nachfrage bzgl. der Arbeiten.

Sehr geehrter Herr XXX, (Name von uns anonymisiert, d.R.)

Die Maßnahmen sind am 17.10.2014 fertig.

Zu Ihren ständigen Fragen und Nögelleien möchten wir Ihnen noch mittteilen.

Wir sind Ihnen mit allen Sachen ( Sat Schüssel, Fensterreinigung ) usw
entgegenkommen. Wenn Sie sich ständig langweilen und nur von Sozialkassen
leben und ständig versuchen anderen Mitmenschen das Leben schwer zu machen
sollten Sie mal über Ihr Leben nachdenken.

Wenn Sie so schlau sind und nur kritisieren können erwerben Sie doch selbst
Eigentum , dann können Sie nach Ihren Vorstellungen sanieren , Abnahmen
machen usw.

In diesem Objekt sind Sie nur Mieter [fett, rot, unterstrichen] und Ihre
Miete wird warscheinlich noch von Steuergeldern bezahlt , die andere für
Sie erwirtschaften müssen.

Wenn Sie der Meinung sind und den großen Schachverstand haben, dann teilen
Sie Ihre Baumängel mit und nerven weiter die Leute die Ihr Geld selbst
verdienen müssen und nicht wie Sie ständig auf Kosten der Allgemeinheit
leben so wie Sie.

Wenn Ihnen was an Iher Wohnung nicht passen sollte ziehen Sie doch einfach
aus, und geben den Leuten die eine Wohnung suchen die gelegenheit eine zu
bekommen

Mit freundlichen Grüßen

C. R. (Nachname von uns gekürzt, d.R.)

 

Ein Gedanke zu „Einschüchterungsversuch durch LKA und Bauleiter

  1. klaus jordan

    Mensch Rommelchen!
    So viele kluge Ratschläge. Und das von einem Menschen, dem man eigentlich mehr die praktische Handhabung von Problemen zugetraut hätte. Dass Sie so wohlgeordnet ihr Menschen- und Weltbild in kurzen Sätzen fassen können und das auch noch fast ohne Rechtschreibfehler, lässt doch für unser aller Zukunft hoffen.
    Natürlich gehen wir nach ihren mahnenden Worte in uns. Diese Demokratie in „wo wir leben“ werden wir in Zukunft nicht mehr benörgeln und auch nicht mehr den Mund aufmachen, da wir „keine Ahnung von nichts haben.“ Natürlich langweilen wir uns beim Zählen unserer Sozialhilfen und schämen uns, dass wir ständig auf Kosten der Allgemeinheit leben, wir kleinen Sozialschmarotzer. Da tut es doch gut, dass es so aufmerksame Bürger gibt und wir von ihrer Lebenserfahrung profitieren. Schade nur, dass wir bald von Ihnen und Ihrer Auftragsfirma aus unserem Haus vertrieben werden und den nachfolgenden Wohnungssuchenden Platz machen müssen. Gern hätten wir mehr von Ihren Weisheiten zu uns genommen, vielleicht wären aus uns dann doch bessere Mieter geworden.
    Bis dahin können wir uns ja um ein verträgliches Auskommen bemühen: schön friedlich, angepasst und willig. Vielleicht fällt Ihnen aber auch der Himmel auf den Kopf.
    Hoffen wir für alle das Beste!
    Klaus, ein Mieter

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